Bianca Ibs ist Hobbyimkerin

13.09.2017

Bianca und ihr süßes Hobby

Ohne Schutzkleidung nähert sich Bianca Ibs ihren Bienen nicht. In den Bienenstöcken herrscht zurzeit Geschwirr und Gesumme. „Es ist die Zeit der Drohnenschlacht“, erzählt uns Imkerin Bianca. Drohnenschlacht? Was ist das? Fotos: Gieseler

Tating-Wilhelminenkoog (ug) – Eigentlich hat Bianca Ibs genug zu tun. Die 42-jährige Landfrau lebt mit Ehemann und zwei Kindern auf ihrem Hof im Wilhelminenkoog. Ackerbau und Viehzucht ist der Broterwerb der Familie. Zusätzlich ist ihr „Westerhof“ ein Ferienhof und bietet zusammen dem sogenannten „Landhaus“ Touristen ein „Leben auf dem Bauernhof auf Zeit“. Fünf Ferienwohnungen stehen dafür zur Verfügung. „Also eigentlich habe ich alle Hände voll zu tun“, lächelt die sympathische junge Bäuerin, „aber da sind ja noch meine Bienen …“
Bianca Ibs ist Hobbyimkerin. Aus Interesse an der Imkerei suchte sie sich vor fünf Jahren eine erfahrene Imkerin, die ihre Imkerpatin wurde. „Dort lief ich ein Jahr als eine Art Praktikantin mit und lernte eine Menge über die Imkerei. Für mich stand fest: Das möchte ich auch!“

Gesagt, getan: Nach dem Jahr des Hineinschnupperns übernahm Bianca Ibs von einem Imker drei Bienenvölker inklusive Equipment. „Bei drei Bienenvölkern blieb es nicht, inzwischen habe ich einige mehr“, gesteht sie und die Faszination, die sie für ihr Hobby empfindet, blitzt ihr geradezu aus den Augen. „Die Einheit eines Bienenvolkes ist faszinierend“, gesteht sie, „außerdem sind Bienen wichtige Bestäuber von Blühpflanzen und damit besonders wertvoll für ein funktionierendes Ökosystem. Auf Nachfrage, ob die Hobbyimkerei eigentlich zeitaufwändig sei, nickt sie heftig mit dem Kopf. „Oh ja“, sagt sie, „vor allem in den Sommermonaten verbringe ich viel Zeit bei meinen Bienen. Ich kontrolliere regelmäßig, ob es ihnen gut geht. Bienen leben im Einklang mit der Natur und diese ist ja immer anders. Deshalb beobachte ich Pflanzenwachstum und Wetter sehr genau. Bienen haben ihren eigenen Kopf. Ich pfusche ihnen nicht in ihr Handwerk, denn das verstehen sie sehr genau. Ich versuche zu lenken und zu führen.“
Da ein Imker einem Bienenvolk ja die Nahrung für den Winter (den Honig) nimmt, ist er auch dafür verantwortlich, dass sein Bienenvolk dennoch gut überwintern kann. Er muss sie füttern. Dazu bedient er sich einer Zuckerlösung. So hält es auch Bianca Ibs. Dennoch – auch dieses „Einfüttern“ ist eine Wissenschaft für sich, wie die ganze Imkerei. „Man lernt aus seinen Erfahrungen“, erklärt die Hobbyimkerin, die auf ihre Bienen „hört“. „Bienen müssen auch trinken und benötigen sichere Wasserquellen“, erklärt sie und weist auf Eimer in ihrem Garten hin, die randvoll mit Blättern und Wasser gefüllt sind. Hier herrscht gerade reges Bienengesumme, ständig landen die Bienen auf den Blättern und nehmen Wasser auf.
Drohnenschlacht?  Harte Sitten im Stock
Ein ganz anderes Geschwirr und Gesumme herrscht an den Bienenstöcken zurzeit. „Es ist die Zeit der Drohnenschlacht“, erzählt Imkerin Bianca. Drohnenschlacht? Bekämpfen die Drohnen (männliche Bienen) sich etwa? „Oh nein“, lächelt sie, die Drohnen werden aus dem Stock geworfen, sie wären nur unnötige Esser über den Winter.“ Harte Sitten im Stock!
„Es geht immer um das Wohlergehen eines Volkes“, sagt die Imkerin, „das ist oberste Priorität.“ Das Bienenvolk lenkt sich selbst. Die Königin, vom Volk zwar geliebt, gehegt, gepflegt und gefüttert, da sie die nötigen Eier legt (2000 bis 3000 pro Tag in den Sommermonaten), entscheidet dennoch nicht über das Volk, denn auch sie ist austauschbar (etwa bei nachlassender Leistung), wie die Drohnen. Außerdem entscheidet das Volk anhand der Größe der Wabenzellen, welche Eier die Königin legen soll. Entweder Eier für Arbeitsbienen, für Drohnen oder gar für eine neue Königin.
„Wir sind das Volk“ – bei den Bienen trifft dieser Ausspruch genau zu. Bianca Ibs lebt mit ihren Bienen, hat sie ständig im Blick, denn ihre Bienenstöcke stehen geschützt in ihrem Garten. Und sie liebt ihre Bienen! Und auch den Honig, den sie erntet. Ein süßes Hobby – das aber auch viel Arbeit verlangt!
Interessierte Besucher empfängt Bianca Ibs gern. Auf verschiedenen Veranstaltungen auf dem Westerhof lässt sie sich über die Schulter gucken und erzählt von der Welt der Bienen. „Einfach anrufen und einen Termin vereinbaren“, rät die sympathische Imkerin, „ich freue mich. Und meine Bienen auch!“ Unter der Telefonnummer  04862 103131 oder per E-Mail an ibs-tating@t-online.de ist sie zu erreichen.

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