Kreis Nordfriesland zum Jahresende

Grußwort des Landrats und des Kreispräsidenten

Landrat Dieter Harrsen und Kreispräsident Heinz Maurus. Fotos: Privat

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im November betrug die Erwerbslosenquote in Nordfriesland nur noch 4,9 Prozent – wir nähern uns der Vollbeschäftigung. Der anhaltende Aufschwung beschert auch nordfriesischen Unternehmen aller Branchen volle Auftragsbücher. Zunehmend entwickelt sich die Windkraft zur zweiten Leitbranche der Wirtschaft im Kreisgebiet neben dem Tourismus. Erstmals führt Nordfriesland bundesweit die Tabelle an, und zwar sowohl bei der Anzahl vorhandener Windmühlen als auch bei der Menge des erzeugten Stroms. Unsere Bürger-Windparks entwickeln ständig neue Lösungen, um die Energiewende zum Erfolg zu führen. Beispiele sind die Speicherung von Windstrom und der Betrieb immer effizienterer Fernwärmenetze mit umgewandelter Windenergie. Es ist ein Skandal, dass der Bundesgesetzgeber innovative Lösungen dieser Art deutlich behindert – was Deutschland braucht, ist der Abbau von Hemmnissen und nicht die Schaffung neuer Hürden! Hier sind sowohl die Bundesregierung als auch der Bundestag gefordert.

Wir Nordfriesen bekennen uns zu den Zielen der Energiewende. Trotzdem darf unsere wertvolle Landschaft nicht überall mit Rotoren vollgestellt werden. Durch die Festsetzung von vier Landschaftsschutzgebieten haben wir, soweit möglich, Vorsorge getroffen und damit einen Beitrag dazu geleistet, dass die hohe Akzeptanz der Windenergie im Kreisgebiet erhalten bleibt. Leider kann die zwingend erforderliche 380 kV-Höchstspannungsleitung nicht überall als Erdkabel verlegt werden. Wir setzen uns jedoch dafür ein, dass diese Bauweise zumindest in den sehr sensiblen Gebieten im Norden unseres Kreises eingesetzt wird.

Nach einer jahrzehntelangen Durststrecke füllt die gute Konjunktur endlich auch einmal wieder die Kassen der öffentlichen Hand auf. Unser Kreistag nutzt das Geld, um Schulden abzutragen und unverzichtbare Zukunftsinvestitionen zu finanzieren. Dazu gehören die Erweiterung und Modernisierung unserer Kliniken. Sie werden größtenteils vom Land finanziert, erfordern aber auch rund 18 Millionen Euro Eigenmittel. Die Bauplanung kommt gut voran. Wir gehen davon aus, 2019 mit der Umsetzung zu beginnen. Damit wird das Wirklichkeit werden, was der Kreis Nordfriesland Ihnen im Vorfeld des Bürgerentscheides im April 2017 versprochen hat.

Eine überaus erfreuliche Nachricht erreichte uns am 7. November: Die Marschbahn zwischen Niebüll und Sylt wird zweigleisig ausgebaut. Ein kollektiver Seufzer der Erleichterung ging durch Nordfriesland: Endlich! Die jahrzehntelange Lobbyarbeit hat sich doch noch gelohnt. Wir danken allen, die mit uns am gleichen Strang gezogen haben – von unseren nordfriesischen Volksvertretern in Berlin über die Landesregierung bis hin zur Pendlerinitiative und etlichen anderen. Damit der Ausbau so schnell wie irgend möglich beginnen kann, haben wir zugesagt, das nun erforderliche Planfeststellungsverfahren tatkräftig zu unterstützen. Auch wenn der Kreis dafür gar nicht zuständig ist – bei einer Maßnahme von solch eminenter Bedeutung muss einfach jeder mithelfen, wo er kann.

Das gilt auch für die Verbesserung der Wohnraumsituation im Kreisgebiet: Überall fehlen insbesondere kleine Wohnungen zu bezahlbaren Mieten. Unser Kreistag bittet alle Kommunen, öffentlich verfügbare Grundstücke zu melden, die sich für den kommunalen Wohnungsbau eignen. Auf dieser Grundlage soll eine Prioritätenliste entstehen. Als nächstes wird zu prüfen sein, wer in welcher Rechtsform Wohnungen bauen und vermieten kann. Die nächsten Monate werden zeigen, welche Lösung die beste ist.

Wussten Sie eigentlich, dass Nordfriesland im bundesweiten Vergleich zu den führenden Regionen gehört, was die Anzahl der Gebäude mit Glasfaser-Anschluss betrifft? Das verdanken wir insbesondere in der Nordhälfte des Kreises dem Engagement der dortigen Bürgerwindparks und – sowohl im Norden als auch im Süden – den Gemeinden, die insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag investieren, um die Voraussetzungen für moderne Breitband-Internetverbindungen zu schaffen. Der Kreis arbeitet an einer eigenen digitalen Agenda, um die sich daraus ergebenden Zukunftschancen bestmöglich zu nutzen.

Ein weiterer großer Schritt zur Erhöhung der Lebensqualität ist die eigentlich für den August 2018 geplante Einführung neuer ÖPNV-Fahrpläne im gesamten Festlandsgebiet, wozu auch der sehnlichst erwartete Rufbus gehört. Spätestens Mitte 2019 werden wir wohl loslegen können.

Im März fiel der Startschuss für das Klimabündnis Nordfriesland. Mehrere Dutzend Partner sind bereits dabei, und wir ermuntern auch alle Gemeinden, sich anzuschließen. Das Bündnis vernetzt die Akteure, erleichtert den fachlichen Austausch und sorgt für praktische Unterstützung. Klimaschutz ist kein Modegag, sondern unverzichtbare Grundlage für das Leben von morgen – gerade hier an der Küste! Deshalb arbeiten wir zusätzlich an einer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie und halten an unserem Ziel fest, bis 2020 der klimafreundlichste Kreis Deutschlands zu werden.

Im Mittelpunkt der deutsch-dänischen Zusammenarbeit standen im zu Ende gehenden Jahr der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt sowie die Themen Kultur und Bildung. Die Kooperation kommt wieder flott voran; ein Beweis ist das Projekt „Fit4Jobs“ mit seinen 45 Partnern beiderseits der Grenze.

Für viel Bewegung im Bereich der Selbstverwaltung hat die Kommunalwahl im Mai gesorgt: Neben „alten Hasen“ haben Sie auch eine Reihe jüngerer Leute mit neuen Ideen in den Kreistag und in die Gemeindevertretungen gewählt. Unsere Demokratie und unsere Gesellschaft leben davon, dass Menschen sich ehrenamtlich engagieren. Wir möchten den vielen, die dies heute schon tun, ausdrücklich danken: Ob sie etwa in Vereinen und Verbänden, als Betreuer oder Schöffen, in der Flüchtlingshilfe oder in der Kommunalpolitik tätig sind – ihr Engagement für das Gemeinwohl macht unseren Kreis zu dem lebens- und liebenswerten Ort, den wir seit diesem Jahr immer öfter mit dem Slogan unserer Standortkampagne bezeichnen: Moin Lieblingsland! Wir wünschen Ihnen allen einen guten Rutsch und ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2019!


Heinz Maurus                                   Dieter Harrsen
Kreispräsident                                 Landrat



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