Perfekte Zusammenarbeit auf See

13.04.2018

Seenotretter, Fischer und Hubschrauberbesatzung im Einsatz für erkrankten Fischer

Herausforderung bei Seegang: Sichere Übergabe des Patienten auf einer Korbtrage vom Fischkutter auf die ERNST MEIER-HEDDE. Die Trage mit dem Patienten wird direkt in den Aufbau des Seenotrettungskreuzers geschoben. Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Süderoogsand/Nordsee (pa) - Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben am Donnerstagabend, 12. April 2018, einen schwer erkrankten Fischer zum Festland gebracht. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Dem Rettungseinsatz, der bei starken bis stürmischen Winden mit Schauerböen etwa zwei Seemeilen (ca. 3,6 Kilometer) westlich von Süderoogsand stattfand, war ein aufwändiges Zusammenspiel von Schiffen und Hubschrauber vorausgegangen.
Der Notruf des Kapitäns eines Büsumer Fischkutters erfolgte kurz nach 18 Uhr auf dem internationalen Not- und Anrufkanal UKW-Kanal 16: Während des Fischens war sein Decksmann plötzlich zusammengebrochen und bewusstlos geworden. Die Netze waren noch draußen, das Wetter rau.
Die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS alarmierte einen Hubschrauber mit medizinischem Rettungspersonal von Northern HeliCopter, einem Luftrettungsunternehmen, das Offshore-Rettungsflüge durchführt. Zeitgleich lief der Seenotrettungskreuzer ERNST MEIER-HEDDE von Amrum aus.
Die große Herausforderung für den Fischkutterkapitän war es, noch vor Eintreffen des Seenotrettungskreuzers allein einen Hubschrauberanflug mit Übernahme der Mediziner zu fahren. Das Manöver gelang, und ein Notarzt und ein Rettungssanitäter wurden auf den Fischkutter abgewinscht. Während sie sich um die Erstversorgung kümmerten und den Patienten stabilisierten, organisierte sich rund um den Kutter weitere Hilfe: Fischer aus Büsum und Nordstrand boten an, dem Kapitän ein Besatzungsmitglied abzugeben, um die Netze einzuholen und bei der Übergabe des Patienten an den Seenotrettungskreuzer zu helfen. Das Tochterboot der ERNST MEIER-HEDDE übergab schließlich einen Decksmann von einem auf den anderen Fischkutter.
Kutter und Seenotrettungskreuzer gingen nach dem Einholen der Netze in etwas ruhigerem Wasser unterhalb Süderoogsands längsseits. Dort wurde der Patient mit einer Schleifkorbtrage von einem Schiff aufs andere übergeben und die Mediziner stiegen ebenfalls mit auf den Seenotrettungskreuzer über.
Unter Höchstfahrt ging es nach Nordstrand. Dort wartete bereits der Rettungswagen, um den Patienten ins Krankenhaus zu bringen. Der Seenotrettungskreuzer ERNST MEIER-HEDDE traf um 23 Uhr wieder auf seiner Station Amrum ein.

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