Lasse Ketelsen - zurück von der Walz

Familie und Freunde bereiteten dem Langenhorner einen großen Empfang

Es dauerte einige Zeit, bis Lasse Ketelsen von den anderen Wandergesellen - unterbrochen durch die traditionellen „Spinnerrunden“ - bis zum Langenhorner Ortsschild gebracht wurde. Fotos: Eggers

Großer Empfang in Langenhorn: Familie und Freunde begrüßten Lasse Ketelsen. Fotos: Eggers

Langenhorn (ge) – Es war ein herzliches Wiedersehen, als Lasse Ketelsen von Familie und Freunden am Ortsschild von Langenhorn nach seiner viereinhalb Jahre dauernden Walz in Empfang genommen wurde. Nach seiner Ausbildung zum Zimmermann war er der Tradition gefolgt, sich in typischer Kluft aus weißem Hemd, schwarzem Jackett, schwarzer Hose und schwarzem Hut mit einer Krempe von mindestens 4 cm hinaus in die Welt zu begeben.
Neben mehrmonatigen Arbeitsaufenthalten in Walsrode, Heide, Würzburg, Celle und Lübeck führte ihn seine Walz auch bis nach Korsika, in die Schweiz, nach Norwegen, Dänemark und sogar bis nach Jamaika und Mexiko.
„Arbeiten, um zu reisen. Und reisen, um zu arbeiten“, so beschreibt Ketelsen den Grundgedanken der Walz. Er erlebte diese als eine schöne und prägende Zeit, auch wenn auf einigen Komfort der modernen Gesellschaft verzichtet werden musste. So sind zum Beispiel Mobiltelefone auf der Walz verboten, und immer wieder muss sich ein wandernder Geselle um eine Unterkunft kümmern. Diese wird häufig von Herbergen oder den so genannten „Einheimischen“ gestellt, also den ehemaligen Wanderburschen aus der „Vereinigung der rechtschaffenen fremden Zimmer- und Schieferdeckergesellen“, der Ketelsen sich angeschlossen hat.

Hier steht die Rechtschaffenheit der Gesellen im Vordergrund. Es gibt feste Regeln, wie diese sich zu verhalten haben, damit sie den guten Ruf ihrer Zunft bewahren. Sogar auf Jamaika fand Ketelsen Arbeit bei Menschen, die bereits gute Erfahrungen mit Wanderburschen aus dem deutschsprachigen Raum gemacht hatten.

Abseits von den längeren Arbeitsaufenthalten finden sich meist Menschen, die einem Gesellen Kost und Logis gegen kleine Arbeiten gewähren, aber manchmal hat Lasse Ketelsen auch im Freien übernachtet. Auf die Frage, wo er sich am wohlsten gefühlt hat, antwortet Ketelsen: „Im Kreise der Gesellen.“ Diese bilden eine Art „große Familie“, und auch nach der Walz werden die geknüpften Freundschaften und Bekanntschaften noch gepflegt.

Auf seiner Reise begegnete Lasse Ketelsen auch Prominenten wie Bela B. („Die Ärzte“), dem er beim Aufbau eines Standes half, und Peter Maffay. „Die traditionelle Kluft öffnet einige Türen“, erklärt er. Die meisten Menschen empfinden die Pflege der alten Wandertradition als positiv und sind bereit, den Wandergesellen zu unterstützen oder ihm Arbeit zu geben.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sei er zurückgekehrt, sagt Ketelsen. Er ist froh, wieder bei seiner Familie und seinen Freunden zu sein, aber es ist auch nicht unbedingt leicht, sich nach den Jahren des einfachen und freien Lebens auf der Walz „wieder in das soziale Leben hineinzuzwängen“.

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