„Veer Dörper“: Umfrage-Ergebnisse zu „Wohnen und Mobilität“

Erfreulich viele Rückmeldungen

Foto: (c) Eva-Maria Kühl

Ostenfeld/Oldersbek/Winnert/Wittbek (pa) - Erfreulich viele Rückmeldungen aus den vier Dörfern Ostenfeld, Oldersbek, Winnert und Wittbek gab es bei der Bürgerbefragung zu „Wohnen und Mobilität“. Genau 176 Fragebögen wurden ausgefüllt. Von Alt und Jung, die meisten davon online.

Worum ging es? Die „Veer Dörper“ schmieden gemeinsame Zukunftspläne. Was brauchen die Bürger vor Ort mittelfristig, was könnte gemeinsam angegangen werden? Gefragt wurde, was die Menschen sich persönlich für sich und ihren Ort wünschen, was sie dort für praktikabel halten, welche eigenen Ideen sie vielleicht haben und auch um die Frage, wer bereit ist, sich selbst in mehr oder weniger großem Maße für seinen Ort zu engagieren.

Und dieses Engagement kann sich sehen lassen. Jeweils etwa zwanzig Personen erklärten sich bereit, in einer AG „Wohnen und Leben“ bzw. einer AG „Mobilität“ mitzuwirken. Die Befragungsergebnisse zeigen auch, dass besonders das Thema „Wohnen“ die Menschen bewegt. Mehr als die Hälfte der Befragten hat schon einmal an einen Umzug gedacht, davon 35 eher kurzfristig, 48 planen eher einen Umzug im Alter. Dies spiegelt sich auch bei den angegebenen Gründen für einen Umzug wieder: 37 geben an, dass ihnen „das Haus zu groß wird“. Berufliche und familiäre Gründe, aber auch die teilweise fehlende Infrastruktur nennen je ca. 20 Personen als Grund für einen Umzugswunsch. Auch der Wunsch nach Eigentum wird genannt, vor allem natürlich von jungen Familien. Neu bauen möchten insgesamt 27 Haushalte, 23 können sich vorstellen, ein „fertiges“ Haus zu kaufen. Deutlich wird aber auch das Interesse an „neuen“ Wohnformen, wo in den vier Dörfern noch Bedarf gesehen wird: Interesse an barrierefreien Wohnungen interessieren findet sich auf 40 Fragebögen, aber auch Mehrgenerationenwohnen und verschiedene Formen des betreuten Wohnens sind genannt. Dies ist sicher ein Ansatzpunkt, der nun in den „Veer Dörpern“ aufgegriffen werden könnte. In anderen Gemeinden gibt es schon gute Beispiele, wie Bürger und Gemeinden zusammen entsprechende Projekte im Ortskern auf die Beine gestellt haben.

Beim Thema Mobilität spielt natürlich das Auto noch die Hauptrolle. Fast alle Befragten haben eines und kommen daher auch überall hin, wo sie möchten. Dementsprechend ist der Wunsch nach zusätzlichen Mobilitätsangeboten bislang eher gering. Und wenn, dann werden weniger Angebote wie CarSharing oder ein Bürgerbus gewünscht, sondern vor allem Verbesserungen im ÖPNV bzw. beim Bus-Angebot. Verblüffendes Ergebnis: momentan fahren mehr Menschen mit dem Taxi als mit dem Bus! Fahrradwege sind ebenfalls vielen wichtig, E-Bikes ermöglichen hier auch weitere Touren, so dass die Anbindung aus allen Dörfern bspw. nach Husum immer wichtiger wird. Daneben stieß auch eine „Mitfahr-App“ durchaus auf Interesse. Und es wird mehrfach darauf hingewiesen, dass für Ältere ein Fahrdienst oder Mitfahrangebot hilfreich sein könnte. Erfreulich: 18 Personen haben bereits spontan angegeben, dass sie bereit wären, einen solchen Fahrdienst als Fahrer zu unterstützen. Hier scheint nach den Ergebnissen der Befragung die Nachfrage von Betroffenen bislang geringer zu sein als die Hilfsbereitschaft der Bürger. Möglicherweise hat aber auch manch einer, der Unterstützung für den Weg zum Einkaufen, zum Arzt oder zu Veranstaltungen brauchen könnte, den Online-Fragebogen gar nicht ausgefüllt oder nichts davon gewusst.

Viele weitere Themen wurden angesprochen: Dorfgasthäuser und Gemeinderäume als Treffpunkt sind vielen sehr wichtig – auch hier gibt es andernorts gute Beispiele, wie so etwas als Gemeinschaftsprojekt von Bürgern und Gemeinde umgesetzt werden kann.
Erhalt der Ortskerne, mehr Dorffeste und Veranstaltungen, das Erscheinungsbild von Straßen und Wegen, (mobile) Einkaufsmöglichkeiten, … viele Themen, die den Bürgern wichtig sind und gemeinsam sicherlich erfolgreicher angegangen werden könnten, als wenn jede Gemeinde „für sich kämpft“.
Wie geht es weiter? Die Umfrageergebnisse werden nun in zwei Veranstaltungen vorgestellt und dabei gemeinsam mit interessierten Bürgern Ideen erarbeitet, was für konkrete Projekte sich daraus für die Veer Dörper entwickeln könnten.

Den Anfang macht die „AG Wohnen + Leben“ am 24.09., ab 19.30 im Kirchspielkrug Ostenfeld (Anmeldung hierfür bitte bis 22.09.2020). Da Corona-bedingt eine Arbeit in Kleingruppen leider (noch) nicht möglich ist, werden zunächst Fachleute vorstellen, welche Möglichkeiten es auch in kleineren Gemeinden sowohl für das „Wohnen im Alter“ als auch an „Neuen Wohnformen“ für alle Generationen gibt, und wie sich dies organisieren (und finanzieren) lässt. Anschließend gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit dem Ziel, erste Projekt-Ideen für die Veer Dörper zu entwickeln.

Am 30.09. treffen sich dann im Kirchspielkrug Ostenfeld diejenigen, die Interesse am Thema Mobilität bekundet habe. Hier wird es bspw. um Fahrdienste, Mobilitäts-App, Radwege etc. gehen. Zu beiden Veranstaltungen sind natürlich weitere Interessenten herzlich eingeladen!

Direkt nach den Herbstferien wird dann am 20.10. ein Treffen von Gemeindevertretern aller „Veer Dörper“ im Kirchspielkrug Ostenfeld stattfinden. Schließlich brauchen die Projekte der Bürger auch den politischen Rückhalt aus den Gemeinden.

Es tut sich also etwas in den Veer Dörpern – und je mehr Einwohner sich beteiligen, desto besser sind auch die Chancen, von außen wahrgenommen zu werden und bspw. beim Einwerben von Fördermitteln erfolgreich zu sein.

 

Hinweis:
Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Sicherheitsabstände ist es nötig, die Besucherzahl dieser Veranstaltungen zu beschränken.

Daher ist es erforderlich, sich für die Teilnahme unter der Telefon-Nr. 04841/992 231 anzumelden.
Die zur Verfügung stehenden Besucherplätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Für die Teilnahme gilt, dass persönliche Daten (Name, Vorname, Anschrift und telefonische Erreichbarkeit) unter Beachtung von Datenschutzbestimmungen zur evtl. erforderlich werdenden Nachverfolgung von Infektionsketten erhoben werden. Außerdem ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung beim Betreten des Versammlungsraumes Pflicht.

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