Hitzige Wortgefechte über den Masterplan

„Camping- und Wassererlebnis Schobüll 2.0“ im städtischen Hauptausschuss

Über 100 Besucher verfolgten die hitzigen Wortgefechte zum Masterplan „Camping- und Wassererlebnis Schobüll 2.0“, um schließlich auch selbst ihre Stellungnahmen abzugeben. Foto: Klein

Husum (hk) – Es war – vor rund 100 Besuchern – eine lange und hitzig geführte Debatte über den Masterplan „Camping- und Wassererlebnis Schobüll 2.0“, doch zum Schluss beauftragte der Hauptausschuss die Verwaltung, erste Überlegungen bezüglich der Gewinnung potenzieller Investoren/Betreiber anzustellen und nach Möglichkeit erste Verhandlungen aufzunehmen.
Zuvor war der Antrag der Grünen auf Vertagung dieser Entscheidung mit den Stimmen von SPD, CDU und SSW abgelehnt worden, und auch die Notwendigkeit der von den Grünen beantragten vergleichenden Kosten/Nutzen-Analyse zwischen dem Erhalt des bestehenden Freibades und dem Neubau eines Naturpools sah die Mehrheit der Ausschussmitglieder nicht.
Zum Ende der Debatte hatte es Peter Knöfler (SSW) auf den Punkt gebracht: „Sich hier derart rohrspatzenähnlich zu äußern ist kein guter Stil. Tatsache ist, wir können uns in Husum nicht zwei Schwimmbäder leisten.“
Zur Einführung in den Tagesordnungspunkt hatte die Vorsitzende Birgitt Encke (CDU) die vor vier Jahren verabschiedete „Wachstumsstrategie Husum-Tourismus 2025“ noch einmal in Erinnerung gerufen, auf deren Basis der jetzt vorliegende Masterplan eines von drei Schlüsselprojekten skizziere, mit denen die Attraktivität der Stadt inklusiv, sozial und ökologisch gesteigert werden könne – und dies nicht nur für Touristen, sondern auch für Einwohner und Wirtschaft.
Die Einbringung der Beschlussvorlage nutzte Bürgermeister Uwe Schmitz dann, um noch einmal deutlich zu machen, dass es lediglich um einen Grundsatzbeschluss gehe, der zeigen solle: „Gibt es Investoren? Liegen wir richtig am Markt?“ Ansonsten sei nichts in Stein gemeißelt – außer natürlich den Auflagen aufgrund des Denkmal-, des Natur- und des Hochwasserschutzes. Er gab zu, dass der Begriff „Naturpool“ unglücklich gewählt sei, aber er stehe persönlich dafür gerade, dass eine adäquate Badestelle (wenngleich nicht im bisherigen Umfang), eine Sauna und ein Spielplatz allen zugänglich sei.
Sollten bei der Informationsveranstaltung am 13. Februar weitere, auch vom Lenkungsausschuss anerkannte Anregungen gegeben werden, würden diese selbstverständlich ebenfalls in die Gespräche aufgenommen.
In Bezug auf die von Schobüllern geäußerten Vorwürfe, entschuldigte er sich für die verspätete Anhörung der Schobüller Vertretung, stellte aber klar, dass der Eingemeindungsvertrag weder dem Sinne nach noch expressis verbis einen Anspruch auf die Neuerrichtung eines Freibads nach Ablauf der Nutzungsdauer des jetzigen beinhalte. Unabhängig davon werde das jetzige Freibad natürlich – soweit zulässig – erst einmal weiter betrieben.
Diese Ausführungen änderten jedoch gar nichts an der Verärgerung der Vorsitzenden der Schobüller Vertretung, Isabell Thomas (WGH). Während die Stadt selbst hinter dem neuen Hallenbad und der Badestelle am Dockkoog stehe, werde in Schobüll ein Investor gesucht, kritisierte sie die Beschlussvorlage. Dabei seien die 50.000 Quadratmeter hier „das Schönste und Wertvollste, das die Stadt Husum hat.“
Sie warf allen an den bisherigen Planungen Beteiligten vor totzuschweigen, dass „ohne öffentliche Diskussion das Sahnegrundstück verscherbelt wird.“ Zudem sehe der Masterplan weder vor, den Status Luftkurort zu erhalten noch berücksichtige er in angemessenem Umfang die wichtige Zielgruppe Familie. „Das Naturerlebnisbad Schobüll aus der Wachstumsstrategie wurde zum Naturpool degradiert.“
Demgegenüber verteidigte Horst Bauer (SPD) das „mit touristischer Fachlichkeit entwickelte Konzept“. Denn man müsse „die verschiedenen Projekte vernetzt sehen und nicht nur den Mikrokosmos Schobüll.“
Die Wogen zu glätten versuchte Senator Hans Pahl-Christiansen (Bündnis 90/Die Grünen). „Ich begrüße, dass die Dinge jetzt in Fluss kommen und vertraue darauf, dass noch nichts entschieden ist.“ Man wolle das weitere Procedere durch entsprechende Fragen beeinflussen, denn von einem „künstlichen Konflikt zwischen Schobüll und Husum“ habe keiner etwas.


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