Starker Einsatz im Sinne der Notfallrettung

Jahresbilanz der Rettungsflugwacht

Foto: Eggers

Niebüll (ge) – Manchmal muss es schnell gehen: Bei schwerwiegenden Verletzungen, dem Auftreten von Herzproblemen, bei gefährlichen Virusinfektionen und in weiteren bedrohlichen Situationen können wenige Minuten über Leben und Tod (bzw. einem schweren Krankheitsverlauf) entscheiden. In solchen Fällen kommt die Luftrettung der DRF (Deutsche Rettungsflugwacht e.V.) zum Einsatz. Sie holt Verletzte und Schwererkrankte mit einem Hubschrauber ab, um diese schnellstmöglich zu behandeln und in die zuständige Klinik zu bringen. „Hohe Einsatzzahlen auch in der Corona-Pandemie“ vermeldete die DRF in ihrer Jahresbilanz 2020. Insgesamt 39.971 mal sind die 35 Stationen der DRF-Gruppe in Deutschland, Österreich und Liechtenstein alarmiert worden, um mithilfe ihrer Hubschrauber Leib und Leben von Menschen zu retten.

Auslastung niedriger

Die DRF-Luftrettungsstation in Niebüll besteht seit dem Jahr 2005 und bekam im vergangenen Jahr den nach dem heiligen Nothelfer Christopherus benannten neuen Hubschrauber „Christoph Europa 5“ vom Typ „H 145“, der das Vorgängermodell (Typ „BK 117“) ersetzte. Der „neue Christoph“ kommt auf eine Geschwindigkeit von rund 260 km/h und hat eine Reichweite von 700 km. Er dient in besonderer Weise der Rettung von Verletzten und Schwerkranken, die von den Inseln und Halligen in ein Klinikum auf dem Festland gebracht werden müssen. Das Personal umfasst neben Piloten und Notärzten auch Notfallsanitäter mit einer Zusatzausbildung, die diese zur Unterstützung der Hubschrauberpiloten befähigt. In den Jahren 2015 bis 2020 wurden von Niebüll aus jährlich rund 1.100 bis 1.200 Einsätze geflogen. Seit dem vergangenen Jahr stellt die Corona-Pandemie die Luftrettung vor eine besondere Herausforderung, die besondere Maßnahmen erfordert. Trotz der Einsätze für den Transport von Covid19-Erkrankten war die Auslastung der Niebüller Station im Jahr 2020 mit 1.109 Einsätzen allerdings etwas niedriger als in den Vorjahren (2019: 1.235 Einsätze). Vermutlich liegt dies daran, dass im Jahr 2020 weniger Urlauber an der Nordseeküste waren - aber eine genaue Zuordnung der Ursachen dafür sei nicht möglich, sagt DRF-Pressesprecherin Stefanie Kapp. Sie berichtet jedoch von einer Auffälligkeit: Zeitweise gab es im vergangenen Jahr eine Zunahme an Fahrradunfällen. Hier kann man darüber spekulieren, ob sich daraus möglicherweise ableiten lässt, dass die Menschen aufgrund von eingeschränkten Sportmöglichkeiten häufiger fahrradgefahren sind.
In Rendsburg, wo sich die zweite DRF-Luftrettungsstation in Schleswig-Holstein befindet, ist die Zahl der Einsätze um rund 5 Prozent gestiegen.

Auf neue Bedingungen eingestellt

„Wir sind stolz darauf, dass wir auch unter diesen sehr schwierigen Bedingungen umfassend für die Menschen da sein konnten“, schreibt Dr. Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung in der Jahresbilanz 2020. Mithilfe von Anpassungen der Dienstpläne an den Stationen und in der DRF-eigenen Werft habe man sich schnell auf die neuen Bedingungen während der Corona-Pandemie einstellen können. Mit zwei zusätzlichen Hubschraubern und schnell beschafften Isoliertragen („EpiShuttles“) sei man gut auf die corona-spezifischen Einsätze vorbereitet gewesen. Als das französische Gesundheitssystem an seine Grenzen geriet, hat die DRF auch französische Patienten nach Deutschland transportiert. Insgesamt führte die DRF mit ihren 35 Stationen 687 Covid-19-Einsätze durch (283 Notfallrettungen, 380 Intensiveinsätze, 24 Ambulanzflüge). Dr. Pracz blickt zuversichtlich auf das neue Jahr und macht deutlich, dass man auch 2021 „unter schwierigsten Bedingungen handlungsfähig“ sei. Aktuell werden die Hubschrauber in der am Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden befindlichen DRF-Werft mit Fünfblattrotoren aufgerüstet. Dadurch können die Hubschrauber 150 kg mehr tragen, was den Transport von einer zusätzlichen Person und weiteren Gerätschaften ermöglicht, erläutert Pressesprecherin Stefanie Kapp. Zudem werde durch die Aufrüstung die Reichweite vergrößert.

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